Narben spielen in der plastischen Chirurgie eine ganz große Rolle, weil auch für den Plastiker gilt: eine Narbe kann man nicht ungeschehen machen. Aber wir können sie natürlich verbessern bzw. von Beginn an minimieren und optimieren.

Bei jeder Verletzung der Hautbarriere, sei es durch einen Unfall oder einen chirurgischen Eingriff, kommt es im Rahmen der Heilung zur Narbenbildung. Hier wird gesundes Gewebe durch Einwanderung von bestimmten Zellen letztlich durch minderwertigeres, kollagenreiches Bindegewebe ersetzt. Durch Myofibroblasten kommt es auch zu einer Schrumpfung der Wunde und damit auch zu einer Verkürzung und Spannung der Narbe. Bis eine Narbe komplett abgeheilt/ gereift ist dauert es ca. 6 bis 9 Monate.


Da es sich aber eben um ein Ersatzgewebe handelt, gehen dem Narbengewebe insgesamt die typischen Hauteigenschaften wie Elastizität, Feuchtigkeit, Haare und Talgdrüsen ab. Andererseits kann man den Straffungseffekt von Narben bei gezieltem Einsatz auch nutzen wie z.B. beim Microneedeling oder Lasertherapie.


Zuerst aber geht es um Narbenvermeidung. 

Das beginnt bei der OP-Planung durch kurze Schnitte und das optimale Platzieren in natürlichen Falten z.B. unter der Brust oder hinter dem Ohr. Weiters muss der Wundrand geschont werden, und die Naht mit möglichst zarten Nähten erfolgen, welche auch früh entfernt werden. Eine frühe Lymphdrainage und Narbenmassage ist ebenfalls sinnvoll.

Postoperativ kann die Narbenbildung durch Verwendung von Silikonsalben oder Silikonpflaster und Druck verbessert werden. Auch Vitamin E–Präparate haben einen positiven Einfluss. Sehr wichtig ist ein optimaler Sonnenschutz bis die Narbe abgeblasst ist, da es sonst zu dunklen Verfärbungen/ Hyperpigmentierungen kommt, die nur wieder schwer z.B. durch Laser zu verbessern sind.
Krankhafte Narbenbildung nennt man hypertrophe Narben bzw. Keloide. Diese sind oft sogar mit Kortisonunterspritzungen oder Bestrahlungen schwer zu behandeln.


Großflächige Narben wie z.B. nach Verbrennungen können evtl. durch serielle Exzision oder das Einsetzen eines Expanders verkleinert werden. Serielle Exzision bedeutet, dass man nach Entspannung der Narbe einen Teil ausschneidet, abheilen lässt und dann wieder ausschneidet. Ein Expander ist ein Silikonballon, der in der Nähe der Narbe unter gesunde Haut eingebracht wird, dann über einige Wochen mit einer Spritze gedehnt wird und die dadurch vergrößerte Haut zum Ersatz der vernarbten Haut verwendet wird.


Ein relativ neuer Ansatz zur Narbenbehandlung stellt das Lipofilling dar. Hier wird an einer gesunden Stelle am Körper Fettgewebe abgesaugt, und nach entsprechender Aufbereitung unter die Narben eingespritzt. Zugleich wird die Narbe durch Nadeln perforiert und auch in die Narbe Fett eingespritzt. Dadurch können einerseits Einsenkungen/ Einziehungen verbessert werden und andererseits führen die Wachstumsfaktoren, welche die Fettzellen abgeben, zu einem weicher Werden der Narbe.


Narben stellen ein anspruchsvolles therapeutisches Problem dar und können oft nur unter Einsatz aller Möglichkeiten der plastischen Chirurgie, wie Unterspritzungen, Microneedeling, Lasertherapie oder sogar Operationen verbessert werden. Deshalb ist die Prophylaxe mit Narbenpflegemitteln wie Silikon, Vitamin E und Sonnenschutzmitteln so wichtig.


Letztlich gilt auch für Narben, dass jede Narbe einzigartig ist und deshalb eine genaue und persönliche Untersuchung und Beratung benötigt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle Foto: shutterstock.com/9Thanaphon

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